70 e O; A; E, I; Y [zweites lautloses Zeichen]
Augenblick, Quelle; Auge; aktives Nichts usw.

70 Ajin    eeee      (Auge / Nichts / Brunnen)

Das Ajin ist zusammen mit dem Aleph der zweite Konsonant, der nicht ausgesprochen wird; Ajin kann aber die Vokallaute A, E, O, U usw. annehmen. Es gleicht einem Chamäleon, daß das „Auge“ dem „Nichts“ anpaßt. Im griechischen Alphabeth entspricht die Zahl 70 dem „O- mikron“. Laße doch einfach einmal Deine Phantasie etwas wandern, um den Sinn dieses Wortes zu erfassen. Das O ist das Stammzeichen für das Ajin (oft auch auch Ojin gesprochen). Deine Begegnung mit Samech und Nun ist die Voraussetzung für die Entstehung der von Dir wahrgenommenen Welt. Rufe Dir ins Bewußtsein, was in der Kausalitätsreihe der hebräischen Zeichen vorausgegangen ist: die Hand Jod, mit dem Geheimnis der 1-4 Beziehung, das Ergreifen des Lamed (Ochsenstachel) durch die „aktive Hand“ (Kaf). Durch das treibende Lamed entsteht die Zeit (Mem), die sich nun in einer „gerade wachsenden Bewegung“ (Nun) befindet oder nur in einem steten „Kreislauf“ (Samech).
 
Ajin bedeutet auch „Brunnen“. Nicht umsonst betrachtest Du „das Auge“ als den Brunnen aller Deiner Erfahrungen. Auge und Brunnen sind als Ajin dasselbe Wort. Deine Augen vermitteln Dir den Strom alles Geschehens (Gesehenen) als lebendig empfundene „Erfahrung“. Beachte dabei aber, daß ein Brunnen nicht die eigentliche Quelle darstellt! Wenn alles von Dir „Gesehene“, wie ich behaupte, nur einem, zugegeben, verdammt realistischen Traum entspricht, bestehen alle von Dir wahrgenommenen Erscheinungen genau genommen aus „Nichts“. Aus diesem Grund vereinigen sich im Zeichen Ajin die drei Bedeutungen „Auge“, „Brunnen“ und „Nichts“. Ein Mensch, der nur „oberflächlich sieht“, ohne sich des Vorhergehenden - der eigentlichen Quelle - bewußt zu sein, schaut nicht mit der Vollkommenheit in sein Dasein, wie es ihm eigentlich möglich wäre. Er ist dann für das wirkliche Leben noch blind. Alles Leben strömt aus dem Ajin, dem Brunnen. Die eigentliche Quelle des „lebendigen Wassers“ offenbart sich Dir aber erst, wenn Du über „das Offensichtliche“ (den Brunnen) hinausgehst und „das Verborgene“ - die eigentliche Quelle - gefunden hast. Du bist in der Lage auf eine viel umfassendere Weise „zu sehen“, als Du Dir im Moment selbst zugestehst. Deine Sehschärfe, oder besser „Auflösung“ ist davon abhängig, ob Deine rationale Logik in der Lage ist, eine Verbindung zwischen der offensichtlichen „Oberfläche“ und „dem wirklichen Kern“ aller von Dir wahrgenommenen Phänomene zu schaffen. Der „äußere Wert“, d.h. der gematrische Oberflächen-Wert von Ajin ist 70 und gibt die Begrenztheit des „Nur-irdischen“ Sehens an. Wenn Du Dich nur an Deinen oberflächlichen äußeren Eindrücken zu orientieren vermagst, machst Du Dich selbst zu einen unbewußten und oberflächlichen Menschen. Der „volle Wert“ von Ajin ist 130 (70-10-50). Erst in seinem vollen Wert entfaltet sich das Ajin in seiner ganzen Fülle und zeigt sich als „Verbindung“ zwischen „dem Sichtbaren“ und „dem Unsichtbaren“ (Wasser), das aus dieser Quelle strömt.
 
Es mag für Dich komisch klingen, wenn Du nun hörst, daß sich die Bedeutung der Zahl 130 daraus ergibt, daß sie nach der 120 kommt. Die 12 ist der Maßstab der Zeit (worüber wir noch genauer sprechen werden). Alles, was mit der Zeit zu tun hat, siehst Du mit der Zahl 12. 12 Monate hat das Jahr, 2 x 12 Stunden der Tag, dann gibt es auch noch die 12 Tierkreiszeichen. Mit der 13 (=130) wird der „Zeitkreis“ des Samech verlassen (siehe Band 1, S. 251). Darum werden die Lebensjahre eines Menschen, dessen Dasein in einem Zeitkreis „verläuft“, in der Bibel mit 120 symbolischen Jahren angegeben. In der Genesis Kapitel 6, Vers 1-7 berichte ich Dir davon. Du solltest die „deutschen Auslegungen“ (= Übersetzungen) aber nicht zu wörtlich nehmen. Das hebräische Original wird auch in diesem Fall mehr als verzerrt und verstümmelt wiedergegeben. Die Übersetzer gingen bei ihren Bemühungen, die Bibel „zu übersetzen“, zweifellos wie der Riese Prokrustes vor. So wie dieser Menschen überfiel und sie durch „Verstümmelung und Streckung“ an die Größe seines Folterbettes anpaßte, versuchten die Übersetzer meinen „original Offenbarungstext“ durch Verstümmelung und eigenmächtige Hinzufügungen an ihr begrenztes Weltbild - d.h. an die rationale Logik ihrer dogmatischen Ideologie (Idiotie) - anzupassen. Die „Frauen“, die sich die „Gottessöhne“ (= Menschen) nahmen, symbolisieren die unterschiedlichen Ideologien, denen die Menschen anhängen. In der Gen. 6; 5 heißt es in meiner heiligen Rolle: JrabMdah[erhbrykhvhyaryv Mvyhlkerqrvbl[bwxmrjylkv
 
 
Ich werde nun versuchen, Dir die „wortwörtliche Übersetzung“ „ins Deutsche“ - soweit eine solche überhaupt „unverfälscht“ möglich ist - näher zu bringen. Beachte bitte, daß es im alten Hebräisch keine „Zeitform“ gibt und damit auch „keine Vergangenheit“[sform]. Meine ursprünglichen hebräischen Worte werden in den heiligen Rollen ohne „Wortteilung“ und
„Satzzeichen“ geschrieben (siehe Band 1, S. 59). Du findest darin auch keine Vokallaute. Das alte Hebräisch ist eine reine Konsonantensprache. Die heute gebräuchlichen Vokalandeutungen - die sogenannten Massorah - die in Form von Punkten und Strichen um die Zeichen angeordnet sind, und die Worteinteilungen, wurden erst im achten Jahrhundert Deiner Zeitrechnung eingeführt. Im Original bilden alle Zeichen ein in sich „zusammenhängendes Ganzes“, das nur aus einer Kette von „19“ Konsonatenzeichen (plus einem Halbvokal y und den zwei lautlosen Zeichen a und e) besteht. Ins Deutsche Übertragen würde z.B. „Vater“ als VTR und „König“ als KNIG geschrieben. Manche Transkriptionen arbeiten daher mit Groß- und Kleinschreibung (VaTeR bzw. KöNIG).
 
Die nun folgenden fett gedruckten Worte sind die „wortwörtliche Übersetzung“, die Du unter Zuhilfenahme eines Wörterbuches Hebräisch/Deutsch erhalten wirst:
 
Da/sehen/JHWH/daß/viel/schlecht/Zeichen (die) Sicht/(des)Mensch/(ist ein)Brunnen/ und/alles/ (wird)[ge]schaffen/(von den rationalen)Gedanken [40-8-300-2 bedeutet auch „Rechnungsführer“ und „Computer“, wichtig: totaler Wert „350“] /(sein)Herz/nur/schlecht/Alles/Sicht/(ist nur)ein Tag. (Und täglich grüßt das Murmeltier! )
 
Ich berichte Dir in diesem Vers „eindeutig“ von HOLO-FEELING: Dein begrenztes rationales Denken - (die)Sicht/(des)Mensch - ist der Brunnen, aus dem „die von Dir wahrgenommene“ (und/alles/schaffen/Gedanken) „unvollkommene Welt“ (viel/schlecht/Zeichen) entspringt. Herz/nur/schlecht weist Dich auf Deine nur dichotome, d.h. „zweideutige“ Wahrnehmungsfähigkeit hin, denn das Wort „schlecht“ ist etymologisch betrachtet „eindeutig“ ein Oxymoron; ein Wort also, das „zweideutig“ und „bi-nomenal“ ist. Alles/Sicht/ein Tag führt Dir „die Zeitlosigkeit“ Deines Daseins vor Augen. Es gibt „in Wirklichkeit“ weder eine Vergangenheit noch eine Zukunft. Das „Einzige“, was wirklich ex-istiert, ist nur das „Jetzt“! Das einzige, was Dich mit Deinem „Gestern“ verbindet, sind Deine Er-„inner“-ungen. Wenn ich nun behaupte, daß die ganzen „Erinnerungen“, die Du an „Deine Vergangenheit“ hast, nur von Dir geträumt wurden und Du „diesen Traum“ mit Deinem „Aufwachen“ heute Morgen beendet hast, so hast Du genau genommen keine Möglichkeit, diese „Tatsache“ zu widerlegen. Das einzige, was Dich daran hindern kann, diesen „Gedankengang“ weiter zu verfolgen, ist Dein „dogmatischer Glaube“ an Deine (begrenzte) rationale Logik, der Dir diese Tatsache als „unmöglich“ erscheinen läßt. Und so kann „ein Tag“ zu tausend Jahren werden und „tausend Jahre“ zu einem Tag.
 
Du solltest langsam „akzeptieren lernen“, daß man einem „normalen Menschen“ nichts „beweisen“ kann, wenn seine „geistige Wahrnehmungsfähigkeit“ - seine „Rationalität“ (=
geistige Rechenkapazität) - nicht dazu ausreicht, das „Neue“ auch rational nachzuvollziehen. Und so wird das komplexe „wirkliche Wissen“, das jeder menschlichen Seele - also auch Dir - innewohnt, immer durch die jeweilige Reife der Seele - die das Maß der jeweiligen Glaubensfähigkeit berechnet - begrenzt. Der einzige Ausweg aus diesem Dilemma ist „der Weg der Demut“, d.h. zuerst die bewußte Erkenntnis und dann auch die bedingungslose Akzeptanz der eigenen bisherigen Unwissenheit. Wenn Du nun diesen Vers auf der Zahlenebene betrachten und „verstehen“ kannst, beinhaltet er, als mathematische „Formel“ betrachtet (lat. „formula“ = „Rechtsvorschrift“; Kurzschreibweise mit Buchstaben, math. Zeichen u. Symbolen für Axiome u. Gesetzmäßigkeiten), sämtliche Lösungen der Paradoxa und Antinomien, welche von den - auch von Dir fälschlicherweise als apodiktisch angesehenen - Naturwissenschaften in Deiner Welt „aufgeworfen“ wurde.
 
Nun wollen wir uns einmal ansehen, was die „etablierten Kirchen“ in ihrer selbstherrlichen „prokrustoresken“ Auslegung aus diesem Vers gemacht hat:
 
Einheitsübersetzung von 1996 Gen.6;5:
Der Herr sah, daß auf der Erde die Schlechtigkeit des Menschen zunahm und daß alles Sinnen und Trachten seines Herzens immer böse war.
 
Luther von 1912   1. Mose 6;5:
Da aber der HERR sah, daß der Menschen Bosheit groß war auf Erden und alles Dichten und Trachten ihres Herzens nur böse war immerdar.
 
Unrevidierte Elberfelder Bibel von 1905:
Und Jahwe sah, daß des Menschen Bosheit groß war auf Erden und alles Gebilde der Gedanken seines Herzens nur böse den ganzen Tag.
 
Alle Organisationen - gleichgültig ob religiöse, ökologische, naturwissenschaftliche oder politische - „töten“ das „wirklich Heilige“ in Deiner Welt!
 
Heilig heißt „heil sein“. Heilig zu denken, ist die Fähigkeit eines Menschen „ganzheitlich“ und „gesund“ zu denken. Jede „normale Organisation“ besitzt aber „Feindbilder“! Auf diese Weise macht sie es sich selbst „unmöglich“, meine Ganzheit - meine Wirklichkeit also - zu erfassen. Im Falle der etablierten Kirchen, mitsamt aller dazu zählenden „ausufernden Strömungen“ und Sekten, werden meist die „Menschen“ die sich nicht innerhalb „der Normen“ des Betrachters bewegen, zum Feind der Vorstellung „seines persönlichen Ganzheitsbegriffes“ erklärt. Ein böser „geistiger Kurzschluß“ befindet sich in diesen Denkern, da sie sich auf diese Weise selbst zum Bösen verdammen - denn sie sind doch ohne Frage auch Menschen. Alle Menschen sind einander gleichgestellt und ich habe alle mit derselben Liebe erschaffen. Jeder einzelne ist dabei „der Brunnen“ seiner eigenen Weltwahrnehmung. Der Unterschied liegt einzig in ihrer seelischen Reife. Dies ist das Gesetz der Gleichheit in der göttlichen Hierarchie des wirklichen Lebens. Ist ein Baby „weniger Mensch“, d.h. „minderwertiger“ als ein Erwachsener? Genauso verhält es sich denn auch mit der „seelichen Reife“ der Menschen. Was zwangsläufig dazu führt, daß ohne Frage gerade alle arroganten, selbstherrlichen und machtbesessenen „Besserwisser“ am wenigsten über wirkliche „seelische Reife“ verfügen. Jeder selbst ernannte Moralapostel richtet sich mit seinem kurzsichtigen Verurteilen seiner Mitmenschen selbst. Meine Mühle der göttlichen Gerechtigkeit mahlt sehr langsam. Keine Angst, niemand kann vor mir und dem „Jenseits“ davonlaufen. Ich gebe Dir hiermit mein göttliches Versprechen, daß dort jeder einzelne Mensch den „Lohn“ bekommen wird, der ihm nach seinem diesseitigen Verhalten zusteht! Durch das Anhängen an eine fanatisch vertretene und dogmatisch kurzsichtig Ideologie (Idiotie) macht sich jede Menschenseele selbst zu einem „vergifteten Brunnen“, der „die Harmonie“ der eigenen Welt vergiftet. Die „beschränkten Gedankengänge“ der etablierten Ideologien sind die toxische Quelle, die Deine „Welt“ mit ihrer Unwissenheit und ihrem „Fehlglauben“ vergiftet. Wie war das noch: Die von Dir wahrgenommene Welt ist nur ein Spiegelbild Deiner eigenen unbewußten Psyche! Das „Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst!“ wird so unbewußt zur „Haßliebe“ erhoben. Auch wenn Du Deine bisherigen Äußerungen immer „nach bestem Wissen und Gewissen“ von Dir gegeben hast, sagt das noch lange nichts über die Qualität Deines bisherigen Vermutungswissens - im Bezug zur wirklichen Wirklichkeit - aus.
 
In der Bibel gibt es nur einen Menschen, der 120 Jahre alt wird und das ist Moses. Der Berg „Sinai“, an dem Moses meine Offenbarung empfangen hat, wird in Hebräisch 60-10-50-10,
also als 130 geschrieben. Adam war symbolische 130 Jahre alt, als sein „dritter“ Sohn (Seth) geboren wurde, mit dem die Schöpfung des gottesbildlichen Menschen gleichsam neu anfängt. Kain und Abel symbolisieren These und Antithese - 1 und 2 - die zur Synthese (zu Seth), der 3 führt. Solange 1 und 2 einen abwechselnden „Kreislauf“ von Leben und Töten (Tod) bilden, kommt es zu keiner Synthese. Seth, der von Adam mit 130 Jahren gezeugt wurde, symbolisiert die Synthese, die Verschmelzung des Gegensatzes und dadurch auch das überwinden dieses Kreislaufes. Die 130 weist über die „normale Zeitempfindung“ hinaus. Die „Jakobsleiter“ („sulam“ 60-30-40), welche laut Sage die Erde mit dem Himmel verbindet, hat „sieben Stufen“ und den Totalwert 130.
 
Dein Auge („ajin“ 70-10-50 = 130) muß nicht nur an Raum und Zeit gebunden sein, es hat die Fähigkeit, „über den Raum und die Zeit der Gegenwart (= Dieseits) hinaus zu sehen“.

Wenn Du Ajin sagst, sprichst Du auch 130, obwohl „das Äußere“, d.h. „das Offen-sichtliche“ des Zeichen Ajin nur 70 bedeutet. Erst mit seinem „innenliegenden“ Wert 130 wird Dein Auge zur vollständigen Quelle und vereinigt Dich mit dem in Dir Verborgenen - dem raum/zeitlosen Jenseits. Solange Du alle Phänomene, die für Dich in Erscheinung treten, nur oberflächlich betrachtest, wirst Du nie erkennen, was alles in deren Verborgenem webt und mitschwingt. Bist Du ein verantwortungsbewußter Hirte? Durch Deine bisherige Eigenart,
viele Erscheinungen Deines Daseins nur kurzsichtig und daher auch meist nur destruktiv zu „sehen“ (hebr. „ra’a“ 200-1-5), „weidest“ (hebr. „ra’a“ 200-70-5) Du meist nur „Übel“ („ra“ 200-70) und „Unrecht“ (ebenfalls „ra’a“ 200-70-5). Ein wirklicher „Hirte“ („ro’e“ 200-6-70- 5) überblickt die ihm anvertraute „Schafherde“ (= alle Erscheinungen Deines Daseins) und führst sie zu ihrer wirklichen Bestimmung. Du bist ohne Frage auch in der Lage, die Oberfläche aller für Dich nur „zeitlich“ in Erscheinung tretenden Phänomene zu durchblicken. Jedes von Dir wahrgenommene Phänomen birgt in seiner Tiefe das große Geheimnis Deines Daseins. Dein Sehen wird erst dann zu einem wirklichen Sehen werden, wenn Du nicht nur das an Dein Tages-, sprich Bewußtseinslicht sprudelnde Wasser wahrnimmst, sondern Du Dir auch immerwährend den gesamten „dahinter stehenden Kreislauf“ des Lebens vor Augen führst.
 
Dieser Kreislauf Deiner Seele besteht aus: Entspringen - Fließen - Verdampfen - Wolke (Versammeln im Himmel!) - Abregnen (die Versammlung auf Erden!) - Entspringen usw. Du siehst zwar viele Dinge, aber kannst Du deswegen auch „SEHEN“? Jedes Phänomen ,das Du betrachtest, wird sich, je nach „Intensität und Eindringtiefe“ Deiner persönlichen Sichtweise, in seiner Qualität verändern.  Ein „SEHENDER“ nimmt nicht nur die unterschiedlichen, in die Zeit verstreuten „Facetten“ - die „einzelne Seins-Möglichkeiten“ - einer jeden Schöpfung wahr, sondern „ALLES“; d.h. alle Möglichkeiten, die der wahrgenommenen Erscheinung innewohnen. Er sieht „jeden [Her]Vorgang“ als eine unverzerrte und harmonische „Einheit“. Er erkennt beim Betrachten des Samenkorns auch die daraus erwachsene Pflanze und die damit verbundene „immer währende Wiederkehr“. Er erkennt also „das eigene Wachsen“ und die damit zwangsläufig verbundene permanente Gestaltveränderung. Die Bibel berichtet vom „Baum des Lebens“, „ez ha chajim“. Das Wort „chajim“ (= „Leben“ 8-10-10-40) hat im Hebräischen eine „ajim“-Endung, die immer eine Zweiheit darstellt, die Zweiheit des „chet“. „Chajim“ erklärt Dir Dein Leben als etwas „Offensichtliches“ und „Verborgenes“, als immer währendes „Sein“ und laufend wechselndes „Werden“, als „jenseitig“ und „diesseitig“. Dies entspricht auch den 8 Wesensarten der oberen (Makrokosmos) und unteren (Mikrokosmos) Trigramme des taoistischen I Ging. Die Bezeichnung des „Baumes der Erkenntnis“ nach Gen 1;12, „ez ose pri“, bedeutet wörtlich „Baum macht Frucht“. Wenn Du nur durch „kurzsichtige egoistische Aktionen“ etwas zustande bringen möchtest, ohne dabei die „Deinem Sein“ zugrunde liegende a-kausale und ewig seiende Wirklichkeit zu berücksichtigen, wird alles von Dir in diesem Dasein Geschaffene vom „eigentlichen Sein“ - dem apodiktischen Ursprung“ - getrennt bleiben. Du weihst damit „alle Deine Schöpfungen“ dem Untergang.
 
Alle menschlichen Wahrheiten sind immer etwas Vergängliches, nur meine „göttliche Wirklichkeit“ ist zeitlos.
 
Dies alles symbolisiert die Frucht vom „Baum der Erkenntnis“. Wenn Du den [Her]Vorgang genauer betrachtest, wirst Du sehr schnell erkennen, daß ein Baum alleine noch lange keine Frucht macht. Der Name des „Lebensbaumes“ nach Gen 1;11 ist „ez pri ose pri“. Das bedeutet wörtlich „Baum Frucht macht Frucht“. Du bist ein Baum meiner Schöpfung, ein Baum also, „der selbst eine Frucht ist“ und aus dem „neue Früchte entstehen sollen“. „Seid fruchtbar und mehrt euch“ bezieht sich also nicht auf eine „animalische, nur körperliche Fortpflanzung“, sondern auf die Entwicklung Deines „göttlichen Geistes“. An Deinen Früchten (Deine Weltwahrnehmung) kannst Du so auch Deine eigenen Gedanken (den geistigen Projektor dieser Welt) erkennen!
 
Wenn Du meine zeitlose Wirklichkeit als Ursprung betrachtest, wirst Du auch „ewiglich“ mit Freude und Glück leben, wenn Du aber „Deine dogmatischen Wahrheiten“ bevorzugst, verharrst Du im Kreislauf von Freud und Leid, von Leben und Tod. Das SEHEN eines Weisen nennt man „chason“ (8-7-50) oder „chisajon“ (8-7-10-6-50). Bisher siehst Du noch alle Dinge mit den Augen eines „normalen Menschen“. Du konzentrierst Dich nur auf die Oberfläche aller Deiner Erscheinungen - auf das Oberflächliche. Das Auge eines Weisen sieht in den Dingen aber auch zugleich das Verborgene. Bei diesem SEHEN geschieht mehr, als mit dem bloßen Gewahrwerden des äußeren Wertes allein erklärt werden kann. Indem Du nur „siehst“, findest Du zwangsläufig etwas als schön und anziehend, häßlich und abstoßend oder erstaunlich und Schrecken erregend. Dies geschieht durch die Qualitäten, die Du diesem wahrgenommenen Phänomen zubilligst. Da Du aber nur dessen Oberfläche [als]wahr[an]nimmst, siehst Du auch nur die äußeren Teile - gewisse Proportionen, Farben und Verhaltensweisen - die der Ganzheit anhaften und Du [ver]urteilst damit das ursprünglich Ganze zu dem, was Du davon wahrnehmen kannst, bzw. willst. Die von Dir wahrgenommenen Proportionen definierst Du mit Deiner Sprache. Wenn Du nun von der „Lautebene“ auf die „Zahlenebene“ der von Dir dazu benutzten Worte wechselst, werden diese qualitativ empfundenen Proportionen zu mathematisch genau beschriebenen Quantitäten. Deine empirischen Empfindungen spiegeln sich also mathematisch genau in den Zahl-Beziehungen der Gematrie, die den von Dir benutzten Worten „innewohnt“. Diese Zahl- Beziehungen haben alle ihren genau festgelegten Sinn und können von Dir als „äußerer Wert“, „innerer Wert“, „verborgener Wert“ und „Athbasch-Wert“ betrachtet werden. Sie alle stimmen mit den mathematischen Gesetzen des gesamten Kosmos, „der sich in Dir befindet“, genau überein. Deine Wahrnehmung wird Dich erst dann zur Einheit führen, wenn Du durch die Oberfläche auf das Verborgene aller Phänomene Deines Daseins zu SEHEN vermagst.