30 l L
„Die treibende Kraft“; Wirken; Werden; Wirkung usw.

330 Lamed    llll      „Der Ochsenstachel“ 

Das nächste Zeichen, Lamed, wird wie „L“ gesprochen. Es ist gleichzeitig die 30. Wenn Du mit Deinen Sprechwerkzeugen ein L formst, so entsteht in einer anderen Welt etwas, daß das Verhältnis 30 darstellt. Ich weiß, daß es Dir immer noch schwer fällt, Dich an diese „Tat-sache“ zu gewöhnen. L und 30 sind dasselbe und nur auf unterschiedlichen Ebenen zu Hause. Lamed bedeutet als Hieroglyphe „Ochsenstachel“. Der Ochse, der angestachelt oder zurückgehalten wird, ist eigentlich das Rind, mit dem die Welt anfängt. Lamed weist also darauf hin, daß dieser Ochse sich bewegen kann, wenn „sein Herr“ es möchte. Ein Ochse ist ein „kastrierter Stier“, hat also „von sich aus“ keinen eigenen Willen. Er benötigt, um diese Metapher zu erklären, für seine „Bewegung“ (= die metaphorische „Fortpflanzung“) einen Herrn und Meister. Auf den irdischen Menschen bezogen, stellt es den in seiner begrenzten Logik gefesselten Geist dar. Diese Logik führt das Lamed, die „aktive Hand“ also der „Ochsenstachel“. Welcher „geistige Inhalt“ bestimmt nun Deine eigenen „Aktivitäten“? Die
Qualität Deines geistigen Inhalts entspricht dem Kaf, das das Lamed führt und damit auch Dich selbst antreibt.
 
Das Gimmel - das Kamel - „durchmißt“ die Wüste, stellt also nur einen „eigenschaftslosen Zeit/Raum“ zur Verfügung, das Lamed dagegen ist nun das Instrument, das die ganze Welt in
Gang zu versetzen vermag. Dazu benötigt es aber einen Impuls - eine Anweisung - von „oben“. Was aber ist es, was die „Anweisung“ zu allem Geschehen gibt? Der „passive Herr“,
das Jod, das nach unten weist. Das Lamed ist das einzige aller hebräischen Zeichen, das „über die Zeilen“ hinausragt. Es besteht aus einem zum Waw stilisierten Jod oben und einem
aufgeblasenen Jod/Waw unten, einer „Verbundenheit“ von „Oben“ und „Unten“ also. Das Sanskritwort „lamba“ bedeutet „Herabhängen“, denke dabei auch an den griechischen
Buchstaben „lamb-da“ und dessen ursprachliche Symbolik, „Herabsteigen des Geisteslichtes in die Materie“. Die Wurzel lam findest Du auch im griechischen Wort „ek-lampo“, was
„hinausleuchten“ bedeutet. Wen sollte es da noch wundern, daß das Wort „Islam“ in der mohammedanischen Religion mit „Hingabe“ übersetzt wird, denn „is-lam“ bedeutet „der
Hinausleuchtende“. Dies beschreibt die Hingabe meines „Gotteslichtes“ (= Al-lah) an Dich. Aber auch im Deutschen zeigt sich dieser Charakter: „Lam-pe“; „Lamm“; „Lam-etta“. Im
Lateinschen: „lumen“ bedeutet „Licht“, „Leuchte“, aber auch „Rettung“ und „Heil“. Das altlateinische Wort „in-lumen-are“ bedeutet „innen leuchtend“, was nichts anderes bedeutet
als „erleuchtet sein“. Einen wirklich „Erleuchteten“ nennt man auch „ludi-magister“ (lat. = „Schulmeister“), da er das wirkliche „Schau-spiel“ (lat. = „ludus“) seines Daseins überblicken kann und sich deshalb über die Dummheiten seiner Mitmenschen köstlich „amüsiert“ (lat. = „ludo“).
 
Während das Gimmel nur die „doppelte Grundlage“, das Paradoxon von Zeit und Raum in einer unfragmentierten, eigenschaftslosen Form symbolisiert, kennt das Lamed die
„Bewegungsmöglichkeiten“ in diesem „Zeit/Raum-Medium“. Es ist aber nicht die „Be-weg-ung“ selbst. Der Gesamtwert 74 des Wortes „lamed“ (hebr. = lernend; erfahrend 30-40-4)
setzt sich aus den 2 x 37 des Wortes „abweichen“ (hebr. = laz 30-7) zusammen. Dies symbolisiert, daß man nur „durch das Erkennen der eigenen Fehler“ - einer „Korrektur“ nach
dem „Abweichen“ - den „geraden Weg durchs Dasein“ finden wird. Dein „wirklicher Lehrer“ sollte also nur das von „Dir selbst Erfahrene“ sein. Das bloße Anhäufen von „Vermutungswissen“ aus „zweiter Hand“, erzeugt „in Dir“ kein „wirkliches Wissen“, sondern nur eine egoistische „Dogmenbildung“. Jede Seele muß sich also zu einem „wirklichen Wissenschaftler“, zu einem Menschen, „der sich selbst sein Wissen verschafft“, „entwickeln“.
 
„Normale Wissenschaftler“ handeln genau genommen gerade entgegengesetzt. Sie setzen ihre geistige Energien nicht für „die Suche nach neuem Wissen“ ein, sondern nur dazu, ihre
Dogmen aufrecht zu erhalten. Da für „normale Wissenschaftler“ keine „Erscheinung“ als „real“ akzeptiert wird, solange sie nicht mit den bestehenden wissenschaftlichen Dogmen
„kompatibel“ erscheint, wird auf diese Weise nur „eine Hälfte“ der Welt wissenschaftlich akzeptiert. Auf diese unaufmerksame egoistische Weise ziehen sich [Pseudo]Wissenschaftler,
durch die „Unlogik“ ihres kartesischen Käfigs, ihre eigenen Grenzen. Sie „verurteilen“ „elementare Erkenntnisse“ der Menschheit zu bloßen Produkten des „Sajin“, der Welt der
Sieben. Nur kartesisch erfaßbare Erscheinungen werden durch dieses starrsinnige Verhalten als „wirklich“ akzeptiert und als „real“ eingestuft. Die kreativ schöpferischen Fähigkeiten des menschlichen Geistes werden auf diese Weise an eine selbstdefinierte Leine gelegt. Solange ein menschlicher Geist nur in der Lage ist, „die Erscheinungen seines Daseins“ zu
„zerdenken“, um die dabei entstehenden Fragmente in sein „als wahr angenommenes Weltbild“ einsortieren zu können, deklassiert er sich zum bloßen Verwalter seiner eigenen Dogmen. Man „erschafft“ durch dieses mechanische Verhalten aber „nichts wirklich Neues“, auch wenn dies oberflächlich betrachtet den Anschein hat. Solange man nur einer „Vermehrung“ mit der Sieben anhängt - dem „Zerkleinern mit der Waffe“ - kann und wird auch „nichts wirklich elementar Neues“ in Deiner Welt entstehen. Deine Menschheit unterwirft sich damit zwangsläufig den Gesetzen der Entropie, dem Untergang. Nur ein „erwachter intelligenter Geist“ weiß, daß es auch eine „Vermehrung“ durch Waw - das Verbinden von Synthesen - gibt. Würde sich mein göttliches Gesetz „der Synthese“ auch bis zu den an den Schalthebeln der Macht sitzenden Wissenschaftlern „durchsprechen“, würde auch diesen „konservativen Wächtern des Wissens“ einleuchten, daß „wirklich neue Informationen“ zwangsläufig auch einer „Gestaltveränderung“ - im Bezug zum alten Wissen - unterliegen müssen. Ist das nicht der Fall, handelt es sich ja nicht um etwas „wirklich Neues“, sondern nur um ein „unkreatives Vervielfältigen des Alten“. Auch das durch „eine Synthese“ erschaffene Neue besitzt eine „Kompatibilität zum Alten“, diese ist nur durch ihre komplexere Gestalt für unkreative kurzsichtige Geister nicht sofort offensichtlich. Wenn man nur fanatisch an Dreieck und Kreis als „einzige Wahrheiten“ glauben will, wird man auch unausbleiblich einen Kegel als „esoterische Spinnerei“ betrachten. Menschen, die aus Phantasielosigkeit nur ihre eigene „konservative“ (zweidimensionale) Sichtweise bewußt zu überblicken vermögen und nicht dazu bereit sind, nach „höheren Dimensionen zu suchen“, sollten sich nicht „Wissenschaftler“, sondern „Pharisäer“ nennen. Sollten Dir die letzten Worte aufgestoßen sein, weil Du Dich eventuell in Deiner wissenschaftlichen Ehre angegriffen fühlst, so lasse Dir von mir gesagt sein, daß dieses negative Gefühl „in Dir“ nur eine intrapersonale Rebellion „des Bösen“ - den „Aufrechterhaltungskampf“ Deiner Dogmen und Deines Egoismus - darstellt! Willst Du Dich weiterhin von Deinen Dogmen und Deinem Ego an der Nase herumführen lassen? „Wahrhaftige Wissenschaftlichkeit“ solltest Du nicht vorschnell mit einer „esoterischen Leichtgläubigkeit“ verwechseln.  „Wissenschaftliche Dogmatiker“ und „esoterische Träumer“ stehen beide auf derselben Bewußtseinsstufe. „Dein Geist“ erschafft auf diese Weise sein eigenes Paradoxon. Nur was Du zu „glauben“, also innerhalb Deiner kurzsichtigen Logik rational zu erfassen vermagst, gilt für Dich als „wirkliches Wissen“. Glauben und Wissen beschreiben aber nur zwei Seiten ein und derselben Medaille mit Namen „anerzogene Vermutung“. Von dieser Medaille bevorzugst Du nun eine, denn Du betrachtest fälschlicherweise „die Wissen[schaftliche] Seite“ als die „beweisbare“ und daher „richtige Seite“. Man kann die Metapher dieser Worte auch „von einer anderen Seite beleuchten“. Was tun sogenannte Fachleute, wenn sie sich mit einem Problem „auseinandersetzen“? Zuerst wird das Problem „analysiert“, d.h. das Problem wird fragmentiert, also „aus-einander gesetzt“! Man ist nämlich bestrebt, die „fehlerhaften Teile im System“ zu finden, um diese zuerst einmal zu isolieren. Die Wissenschaft hat also bisher nur eine kurzsichtige Art der Müllbeseitigung betrieben. Der sich im Laufe der Jahrhunderte als „geistiger Müll“ deklarierte „Abfall“ hat sich nun zu einem riesigen „geistigen Müllberg“ angehäuft und wirft nun völlig „andersartig gelagerte Probleme“ in Deinem Dasein auf. Erinnerst Du Dich noch an die Metapher mit den „Exkrementen“ und dem dafür nötigen „(geistigen) Recycling“? Recycling ist nur ein anderes Wort für „Gestaltveränderung“. Es beschreibt also den autopoietischen Syntheseprozeß im Verlauf Deines eigenen Wachstums! Gerade die „verborgenen Weisheiten“ der Religionen sollten von den Naturwissenschaften geistig „recycelt“, also „wiederaufbearbeitet“ werden. Was „ist“ nun Deine wahre „Profession“ (= Beruf[ung])? Wenn Du nicht nach dem Sinn Deines Daseins suchst, bleibst Du „ungeweiht“ (lat. pro-fanus = ungeweiht; unheil). Du „entweihst“ und „entheiligst“ (lat. pro-fano) mit Deinem bisher bloß „tierischen und egoistischen Verhalten“ meine Schöpfung. Dein „Abmarsch“ (lat. profectio) aus dem Paradies in dieses Dasein hat seinen genau definierten Grund.
 
Du bist für mich keine „zufällige Erscheinung“ von vielen, sondern „etwas Besonderes“. Deine geistige Entwicklung wird nur dann mit „Erfolg“ einen „Fortschritt“ (lat. profectus) erfahren, wenn Du meinem Menschensohn Deinen Glauben schenkst. Nur er kann Dich lehren, wie „Du selbst“ alles Wissen Deiner Ahnen - d.h. alles Wissen Deiner Welt und auch das anderer Welten - aus Dir „hervorbringen“ (lat. profero) kannst. Erst wenn Du „ihm“ Deinen ganzen Glauben „opferst“, wird Deine eigene geistige Entwicklung weitere „Fortschritte machen“ (lat. pro-ficio). Du mußt Dich also zu Deinem eigenen Professor ernennen - Dich zum „Erforscher und Lehrer“ Deiner eigenen „Natur“ entwickeln.
 
Lamed bedeutet also auch „lernen“. Das Lernen ist eben dasjenige, das den Ochsen in Bewegung bringt. Dein „Lernen müssen“ ist auch die auslösende Ursache der von Dir empfundenen Zeit. Der Weg des Menschen, d.h. dessen Entwicklungsprozeß, verläuft genau nach dem erzählenden Verlauf der hebräischen Urzeichen. Jede Deiner Handlungen und jedes Denken ereignet sich nach der Grundstruktur dieser Hieroglyphen.
 
Wir sind bei unserer Reise durch diese 22 Zeichen nun an dem Punkt angelangt, wo die Bewegung entsteht: es ist eine Ebene, die Deiner gewohnten Wahrnehmung schon nahe liegt und durch die Werte der Zehnerreihe gekennzeichnet ist. Die Einer-Reihe (1-9) repräsentiert einen „Grundcharakter ohne eigenes Sein“; alle Einer sind noch „im Kern“! Das Gimmel z.B., beschreibt nur „die Möglichkeit“ der Bewegung durch Zeit und Raum, aber nicht die Bewegung selbst; das He „die Möglichkeit“ einer Sicht, aber nicht die Sicht selbst; das Waw „die Möglichkeit“ einer Verbindung und Vermehrung, aber nicht diese selbst, usw.